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Planet Biblioblog 2.0
Aktualisiert: vor 3 Jahre 38 Wochen

Übertext: Blog: Mit der DFG und CIB nach WorldShare und Alma

17. April 2013 - 8:48

Die DFG hat am 15. März den Ausgang der wichtigen DFG-Ausschreibung "Neuausrichtung überregionaler Informationsservices" verkündet. Ich denke, das Thema verlangt ein bisschen mehr Aufmerksamkeit in der Fachwelt als ihm bisher zugekommen ist, weil es sich eben nicht um eine der üblichen DFG-Ausschreibungen handelt, sondern um den erklärten Versuch, "einen umfassenden Umstrukturierungsprozess mit anzustoßen und zu unterstützen", der eine grundlegende Veränderung der Informationsinfrastruktur in Deutschland mit sich bringen kann. Im Themenfeld 1 "Bibliotheksdateninfrastruktur und Lokale Systeme" wurde der Antrag "Cloudbasierte Infrastruktur für Bibliotheksdaten (CIB)" bewilligt, mit dem ich mich hier näher befassen möchte.

Letzte Woche wurden Teile des CIB-Antrags veröffentlicht wie auch der von der DFG abgelehnte Konkurrenzantrag zum Projekt libOS. (Disclaimer: Ich habe am libOS-Antrag mitgeschrieben.) Ich begrüße diese Publikationen der Anträge und hoffe, so etwas macht Schule. (Jetzt sind die Antragssteller aus den anderen drei Themenbereichen am Zuge.) Ich habe bereits in einem Blogpost vom September 2011 für mehr Offenheit und Transparenz bei der Weiterentwicklung der deutschlandweiten Informationsinfrastruktur plädiert und am Beispiel der britischen Discovery-Initiative aufgezeigt, wie so etwas ablaufen kann. Schade, dass wir beim Neuaufbau der deutschen Informationsinfrastruktur diese Bewegung hin zu mehr Transparenz erst jetzt erleben, nachdem das Verfahren mehrere Jahre gelaufen ist und nachdem bereits beschlossen wurde, wohin die Reise gehen soll.

Ich habe mir den Gewinnerantrag CIB mal näher angeschaut, da er hoffentlich Aufschluss darüber geben wird, innerhalb welcher Infrastruktur wir in Zukunft unsere Arbeit erledigen werden. Zunächst mal scheint mir dieser Antrag rhetorisch recht wirkungsvoll umgesetzt zu sein. Er basiert auf einigen wenigen Grundannahmen über die zukünftige Entwicklung des Einsatzes von Bibliothekssoftware in Deutschland. Die Prognose wird in dem Antragstext mehrmals wiederholt, so dass sie sich im Kopf des Lesers gut verankern kann. Antworten zur konkreten technischen Umsetzung des Projekts und andere Details werden ausgespart (was sicher auch daran liegt, dass dazu derzeit einfach wenig gesagt werden kann). Eine Abbildung der beabsichtigten Systemarchitektur gibt es nicht.

Keine Alternative zu Cloudsystemen kommerzieller HerstellerWelches sind nun die Annahmen, die stetig wiederholt werden? Die dem Antrag zugrundeliegende Prognose ist: Sämtliche Verbundsysteme und der Großteil der lokalen Bibliothekssysteme in den deutschen Wissenschaftlichen Bibliotheken würden auf die neuen "Cloudsysteme" von Ex Libris und OCLC migriert werden. Besonders deutlich wird dies in den Prämissen des Antrags. "Prämissen" verstehe ich als Voraussetzungen, von denen abhängt, ob der Antrag überhaupt Sinn ergibt für den Aufbau einer nationalen Informationsinfrastruktur. Die Antragssteller machen aber deutlich, dass sie darunter vielmehr eine - sehr wahrscheinlich eintretende - Prognose oder Vorhersage verstehen. Die drei Prämissen lauten (S. 8f):
  1. "Die Katalogisierung findet zukünftig nicht mehr in regionalen Verbunddatenbanken oder einer nationalen Aggregationsebene statt, sondern in einer international ausgerichteten Umgebung mit internationalem Regelwerk." Das heißt, regionale Verbundkataloge werden verschwinden und nicht durch nationale, sondern internationale Verbundkataloge ersetzt werden.
  2. "Ein nationaler Datenpool im Sinne eines 'nationalen Nachweises' kann in Form einer virtuellen Sicht auf den deutschen Teilbestand der internationalen Datenplattformen ('deutsches Datenfenster') und in Form von 'physischen' Ausspeicherungen generiert werden." Priorität hat demnach die Integration der Daten in proprietäre Cloudsysteme. Ein nationaler Nachweis kann - so man noch die Notwendigkeit sieht - in einem nachrangigen Verfahren generiert werden.
  3. "Die heute unter dem Begriff 'Lokalsystem' subsummierten Funktionen und Services werden ebenfalls weitgehend in cloudbasierte Managementsysteme verlagert." Nicht nur Verbundkataloge werden in die internationale "Cloud" verlagert, sondern eben auch der Großteil der lokalen Bibliothekssysteme.
Der Antrag macht keinen Hehl daraus, an welche "cloudbasierten Managmentsysteme" konkret gedacht wird: WorldShare von OCLC und Alma von Ex Libris. Auf Seite 9 heißt es etwa:

"Das von den Konsortialpartnern vorgeschlagene Infrastrukturmodell sieht vor, die Katalogisierung in den Verbundbibliotheken künftig in internationalen Katalogisierungsumgebungen, wie sie derzeit bereits von den beiden genannten Bibliothekssystemprovidern zur Verfügung gestellt werden, durchzuführen. Dies wird – sieht man auf die deutsche Bibliothekslandschaft – im Regelfall entweder die WorldShare-Umgebung von OCLC (mit dem WorldCat als globalem Datenpool) oder die Alma-Umgebung von Ex Libris (mit der Community Zone als ebenfalls globalem Datenpool) sein."

"Da die Antragsteller bewusst die zurzeit verfügbaren Plattformen als Ziel und zukünftige Arbeitsumgebung ihrer Migrationsstrategie ansehen", integrieren sie auch einen zweiseitigen Werbeblock für OCLC und Ex Libris in ihren Antrag (S. 4-6), in dem man die bekannten Informationen der beiden Hersteller zu ihren Systemen wiederfindet. Als Vorteile dieser Cloudsysteme werden "spürbare Reduzierungen bei der Applikations- und Systembetreuung, die Standardisierung von Arbeitsabläufen und Kernprozessen sowie zahlreiche Möglichkeiten der kooperativen Nutzung von Datenressourcen" und "Effizienzsteigerungen bei der Abwicklung von Routineaufgaben" (S.3) hervorgehoben.
Offensichtlich gegen Ende erst in den Text eingefügt, wird an einer Stelle auch das Open-Source-System Kuali OLE erwähnt, das "kontinuierlich beobachtet und gegebenenfalls in das Arbeitsprogramm einbezogen" werde (S.8).

Die Zukunft der in Deutschland erfassten bibliothekarischen Metadaten ist also in den Cloudsystemen von OCLC und Ex Libris zu suchen. Sollten manche Bibliotheken noch überlegen, ob sie WorldShare/Alma oder vielleicht doch lieber etwas anderes als zukünftiges System wählen sollen, dann werden sie nun durch die DFG mit Förderung dieses Antrags in eine bestimmte Richtung geleitet. Mindestens die BVB-, KOBV-und HeBIS-Bibliotheken werden sich wohl OCLC und Ex Libris zuwenden, weil eine Migration ja nun durch die DFG empfohlen und gefördert wird.

Exit-Strategie?Soweit kann ich dem Antrag nicht unbedingt widersprechen, hört es sich für mich doch wie eine konsequente Fortführung der Shoppingmentalität in Bezug auf Bibliothekssysteme und der daraus resultierenden Herstellerabhängigkeit an, wie wir sie in der Bibliothekswelt seit Jahrzehnten kennen. [1] Dementsprechend musste in den CIB-Antrag nicht viel Kreativität fließen, wird doch meist das Offensichtliche benannt und beschworen.
Was mich allerdings vom Hocker gehauen hat, ist die einzige Stelle im Text, die Bezug nimmt auf die in der DFG-Ausschreibung geforderte "Herstellerunabhängigkeit". Nachdem auf Seite 9 abermals der allseitige Umstieg auf die OCLC/Ex-Libris-Cloud angekündigt und knapp dessen Vorteile hervorgehoben werden, folgt das hier:

"[Ex Libris' und OCLCs Plattformen für das Bibliotheksmanagement] können zur Entwicklung nutzergetriebener, spezifischer Applikationen eingesetzt werden, für die sowohl WorldShare wie auch Alma auf der Basis offener Schnittstellen bereits spezielle Programmierumgebungen anbieten. Da alle Plattformen die Erstellung kundenspezifischer Funktionserweiterungen erlauben und darüber hinaus auch über offene Schnittstellen in lokale Dienste eingebunden werden können, zeichnet sich für das zukünftige Dienstleistungsportfolio von Bibliotheken das vielversprechende Bild einer serviceorientierten "Orchestrierung" von Diensten ab. In diesem entwicklungsoffenen Konzept wird der Bedarf der Bibliotheken an lokalspezifischen Zusatzdiensten gedeckt, ohne den Gefahren eines Vendor- oder Technology-Lock-ins zu erliegen."

Ich verstehe die Argumentation wie folgt: Da WorldShare und Alma "offene Schnittstellen" anbieten, auf deren Basis man zusätzliche Dienste anbieten kann, ist die Gefahr eines Vendor- oder Technology-Lock-ins gebannt. Hat das eine etwas mit dem anderen zu tun? Meines Erachtens ist diese Aussage Bullshit und erklärt überhaupt nichts, selbst wenn die Schnittstellen für jeden nutzbar und offen lizenziert wären. Abgesehen davon wird "offen" hier als reiner Marketingbegriff verwendet. Die Verwendung hat nichts mit der allseits anerkannten Open Definition zu tun. So sind die WorldShare Web Services bestenfalls für nicht-kommerzielle Akteure nutzbar, meist aber nur durch "Qualifying Insitutions", womit zahlende Kunden gemeint sind. (Im "OCLC Developer Network handbook" heißt es: "Qualifying institutions. Your organization must contribute to WorldCat and maintain a subscription to WorldCat on FirstSearch (or subscribe to WorldCat.org, for non-US").) Bei Alma werden die API-Nutzungsbedingungen wahrscheinlich nicht anders aussehen. Fazit: Der Antrag sagt an keiner Stelle, wie er wirklich mit der Gefahr eines Lock-ins umgehen will, "Offenheit" wird als Marketingbegriff verwendet. Von Exit-Strategien - wenn etwa ein System nicht mehr weiterentwickelt wird oder die Dienstleistung unbezahlbar wird - ist keine Rede. Oder irre ich mich vielleicht doch? Auf Seite 20 heißt es:

"Ex Libris und OCLC sichern vertraglich zu, dass im Falle einer Vertragsauflösung alle Daten einer Bibliothek bzw. eines Bibliothekssystems in einem Standardaustauschformat zurückgeliefert werden. Dies umfasst auch die Daten, die von den Bibliotheken nicht selbst erstellt, sondern nur genutzt wurden ("Ex Libris Guidelines for the Community Catalog", "OCLC Security Whitepaper")."

Aha, wo finden sich denn diese Verträge? Ich wüsste gerne, ob es hier um mehr als Nutzerdaten, Titel- und Normdaten geht. Ich glaube nicht, dass statistische Daten zur Erwerbung und Ausleihe oder weitere durch eine Bibliothek generierte Daten ohne Weiteres aus dem System exportiert werden können. Um Genaueres zu erfahren, habe ich mich auf die Suche nach den "Ex Libris Guidelines for the Community Catalog" und dem "OCLC Security Whitepaper" gemacht. Leider sind beide Dokumente über Google nicht zu finden dies gilt auch für das im Antrag verlinkte OCLC Security Whitepaper. Allerdings ist dieses im Google Cache sowie dem Internet Archive vorhanden. Nach einem schnellen Durchschauen des Dokuments muss ich allerdings sagen, dass die Lieferung von Daten nach Vertragsauflösung nirgendwo angesprochen wird...

Nationale Infrastruktur? Nichts da!Wie will der Antrag denn nun die in der DFG-Ausschreibung geforderte "Integration der nationalen Erschließungsdaten zur Schaffung einer funktional einheitlichen Katalogisierungs- und Datenplattform" umsetzen? - Gar nicht. Die Antragsteller interessieren sich augenscheinlich in erster Linie für ihre eigenen Kunden. Mir scheint als sei der primäre Zweck des Antrags, die Migration der BVB-, KOBV- und HeBIS-Verbundbibliotheken in die OCLC-/Ex-Libris-Cloud zu finanzieren. Auf Seite 9 heißt es entsprechend:

"Die antragstellenden Verbünde erklären, die hier skizzierte künftige Bibliotheksdateninfrastruktur bei erfolgreicher Projektumsetzung in ihren jeweiligen Verantwortungsbereichen zu institutionalisieren und dauerhaft zu betreiben, sofern die erforderlichen Haushaltsmittel zur Verfügung stehen."

Eine Antwort darauf, wie das Konzept auf die anderen Verbünde ausgeweitet werden soll, bleibt der Antrag schuldig.

Fragwürdig ist auch, dass wahrscheinlich ein Großteil der DFG-Geldmittel direkt oder indirekt an zwei kommerzielle Bibliothekssystemhersteller gehen dürfte. Ich wüsste gerne, ob so etwas gängige Praxis ist oder ob eine Förderung der Produktentwicklung bestimmter Marktteilnehmer mit öffentlichen Geldern nicht problematisch wäre. Ob überhaupt Geld für die Hersteller vorgesehen ist und wieviel genau, ist leider unklar, weil offensichtlich nicht der eingereichte Antrag, sondern mindestens eine gekürzte Fassung veröffentlicht wurde. Der Abschnitt zu den beantragten Mitteln ist vor der Publikation aus dem Antrag entfernt worden. (Siehe auch diese Mail von Rita Albrecht an Inetbib. (Update 2013-04-17, 15:30: Rita Albrecht schreibt auf Inetbib, dass Aufwände der privaten Anbieter nicht Gegenstand des Antrags seien, sondern nur was "auf Seiten der beteiligten Verbuende und Bibliotheken an Leistungen in den Prozess" eingbracht werde. Das hört sich so an, als wären keine Fördergelder für die kommerziellen Anbieter eingeplant.))

Wird der Antrag überhaupt umgesetzt?Bevor man sich jetzt mit dem Antrag näher auseinandersetzt und überlegt, wie das Schlimmste zu verhindern ist, sollte man allerdings erstmal abwarten, ob sich die Sache nicht von selbst erledigt. Schließlich muss überhaupt erst einmal geklärt werden, ob die Speicherung der Daten außerhalb Deutschlands auf Servern anderer europäischer Länder überhaupt mit dem deutschen Datenschutz vereinbar ist. Genau dies soll gemäß der Projektplanung des CIB-Antrags (S.22) im ersten Projektjahr geschehen. Konkret heißt es dazu auf Seite 19f des Antrags:

"Bei beiden Systemanbietern werden die Verwaltungsdaten für deutsche bzw. europäische Bibliotheken auf Servern innerhalb der Europäischen Union gespeichert, so dass sowohl die Zertifizierung der Rechenzentren als auch die Einhaltung des Datenschutzes dem EU-Recht unterliegt. Nach der Rechtsauffassung der Anbieter wird dies als ausreichend betrachtet, um den Datenschutz und die Datensicherheit zu gewährleisten. Basierend u.a. auf Berichten der EU-Agentur für Internetsicherheit Enisa wird eine Speicherung in Deutschland daher nicht als zwingend notwendig erachtet. Dies gilt es dennoch zu prüfen.
Um hier Sicherheit zu gewinnen, sollten als externe Aufträge die Erstellung eines Gutachtens zu den rechtlichen Anforderungen an die Nutzung von cloudbasierten SaaS-Bibliotheksmanagement-Applikationen, insbesondere im Hinblick auf den Datenschutz und Datensicherheit (Systemverfügbarkeit, physische, Netz- und Applikationssicherheit, Integrität, Vertraulichkeit und Löschung von Daten etc.) sowie die Erarbeitung eines Musters für vertragliche Regelungen mit den Anbietern über die Datenhoheit, über die Einhaltung von einschlägigen Datenschutzrichtlinien und Richtlinien zur Datensicherheit vorgesehen werden."

Ich habe keine Ahnung von der relevanten Gesetzgebung. Allerdings habe ich mitbekommen, dass eine Antwort auf diese Fragen nicht leicht ist und einige Zweifel daran bestehen, ob deutsche Institutionen Nutzerdaten auf Servern bspw. in den Niederlanden speichern dürfen. Mal sehen, was bei dem externen Gutachten herauskommt...


[1] Softwareshopping ist nicht per se problematisch. Allerdings halte ich es als eine langfristige Strategie in öffentlichen Einrichtungen für geboten, die Entwicklung entsprechender Open-Source-Systeme auszuschreiben und einzukaufen wie es etwa beim Kuali-OLE-System geschieht, dessen Entwicklung von HTC Global Services durchgeführt wird. Dies ist ein wichtiger Schritt in Richtung Herstellerunabhängigkeit.
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Duftender Doppelpunkt: Zehnter Todestag von Erich Zwirner

17. April 2013 - 7:30

Der „Werkkreis Literatur der Arbeitswelt“ gibt zur Erinnerung an den zehnten Todestag des Arbeiters und Schriftstellers Erich Zwirner eine Broschüre heraus.

Erich Zwirner wurde 1928 in Mürzzuschlag geboren und hat sein gesamtes Arbeitsleben in der Stahlindustrie verbracht. Er beschrieb diese Arbeitswelt in zahlreichen Prosatexten mit größtenteils autobiografischen Zügen. Er starb am 17. April 2003.

Wir hatten das Glück, in Mürzzuschlag-Hönigsberg einen Arbeiter zu haben, der schreibend und ohne „höhere Bildung“ seine Interessen formulieren konnte, denn das hat seine Arbeit mit sich gebracht- darum war er auch so unverfälscht realistisch. Das sollten wir schätzen und nutzen, in dem wir wieder auf seine Literaur zurückgreifen und aus seinen erlebten Geschichten lernen. Denn diese Arbeitswelt gibt es immer noch.

In einem Brief an Helmut Brenner aus dem Jahre 1990 schreibt er über seine Kriegsjahre: „Wenn ich heute in mein Arbeitsbuch schaue, kann ich nur den Kopf schütteln, wie schnell alles durchgepeitscht wurde, um ja früh genug als Soldat zur Verfügung zu stehen. Am 14. August 1942 hatte ich schon mein Arbeitsbuch, obwohl ich erst am 22. September 14 Jahre alt wurde. Meine Lehrzeit als Schlosser dauerte 2 Jahre und 2 Monate und schon konnte ich die Freisprechung antreten (Lehrbrief vom 7. Dezember 1944). Nach der Kapitulation 1948 in jugoslawischer Gefangenschaft. Ich war genau 18 Jahre und 5 Monate alt, als ich nach drei Jahren heimkam.“

Gleich danach nimmt er seine Arbeit bei den Schoeller-Bleckmann-Edelstahlwerken als Walzer auf. Er wird danach fast alle Bereiche des Werkes als Oberbau- und Platzarbeiter, Kessel- und später bis zur Pensionierung als Umspannwärter kennenlernen. 1978 erhält er den Literaturpreis der Arbeiterkammer Steiermark. Erich Zwirner nimmt auch, als Mitglied der steirischen Werkstatt „Literatur der Arbeitswelt“, an zahlreichen Lesungen teil. 1983 erhielt er den Peter-Rosegger-Preis der Stadt Mürzzuschlag, 1986 den 2. Preis beim Paula-Grogger-Erzählwettbewerb und 1991 den Theodor-Körner-Preis für Wissenschaft und Kunst verliehen.

So sollte uns Erich Zwirner in Erinnerung bleiben: als ein ewig suchender und lernender Arbeiter, der durch sein Schreiben nicht nur sein Leben, sondern auch die Zeit seines Daseins in der Arbeitswelt in seinen Schriften seiner Generation wie auch der nächsten vermitteln wollte.

Text: Werner Lang

Werner Lang Hg., Erich Zwirner Schreib! Arbeiter! Edition Tarantel, 61 Seiten, 10.- €. Bestellung: Werkkreis Literatur der Arbeitswelt – Werkstatt Wien

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Nachrichten fuer oeffentliche Bibliotheken in NRW: Gegenwart und Zukunft des Ebooks: Online-Video-Diskussion

17. April 2013 - 5:00
Am 18.04.2013 findet eine Online-Diskussionsrunde mit dem Titel „The Present and Future of E-Books“ mit Sue Polanka statt. Der Schwerpunkt der Diskussion wird auf dem US-amerikanischen E-Book-Markt liegen. Die Teilnahme ist kostenlos, allerdings ist eine Anmeldung auf den Seiten der … Weiterlesen →
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Archivalia: 231 Schnaderhüpfel

16. April 2013 - 18:10
Na wenn das nix fürs VÖBBLOG ist: das Tiroler Volksliedarchiv hat eine wertvolle Liedersammlung ins Netz gestellt:

[www.volkslied.at]

"Die Lieder der Sammlung Koch-Wallner wurden bei der Bauernfamilie Moser ("Großmoser") im Alpbachtal zwischen dem 8. Dezember 1935 und dem 28. März 1937 an 25 Abenden aufgezeichnet. "

Symbolvideo
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Archivalia: Bayerische Landesbibliothek Online zu altbacken? Nun gibts bavaricon

16. April 2013 - 17:19
Darf das VÖBBLOG gern melden, schließlich war Österreich ja mal bairisch :-)

[www.bavarikon.de]

Liebe Generaldirektion der Archive: Wieso habts ihr bei "Der Reichswald kommt unter Nürnberger Verwaltung: Verkaufsurkunde" an der Auflösung gespart? Sollen in so einem schicken Portal die Leute nix lesen? Ansonsten warten wir gespannt auf den Kommentar von "Ladislaus", der ja das baden-württembergische Pendant hier hinreichend gewürdigt hat ...

Via
[idw-online.de]
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Archivalia: 125 neue Gemüse-, Pilz- und Tomaten-Gerichte unserer Zeit (= Erster Weltkrieg)

16. April 2013 - 17:02
Das VÖBBLOG braucht guten Stoff! Wir wollen alles tun, damit dieses hochgeschätzte Organ nicht weiter monarchistische Nachrichten verbreiten muss. Twitter-Hashtag #vöbblog.

Hier ein Vorschlag: Die Wienbibliothek hat 18 Kochbücher aus dem Ersten Weltkrieg ins Netz gestelllt.

[www.digital.wienbibliothek.at]
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Archivalia: Hoerens Skript Internetrecht aktualisiert

16. April 2013 - 16:59
[www.uni-muenster.de]

Eher nix fürs VÖBBLOG, zu wenig österreichisch.
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Archivalia: Josef Pauser betreibt monarchistische Hofberichterstattung

16. April 2013 - 16:50
In Luxemburg fällt ein Sack Rüben um, während das allerdurchlauchteste Großherzogspaar - pardon „Seine Königliche Hoheit Henri, Großherzog von Luxemburg, Herzog von Nassau, Prinz von Bourbon-Parma, Graf von Sayn, Königstein, Katzenelnbogen und Diez, Burggraf von Hammerstein, Herr von Mahlberg, Wiesbaden, Idstein, Merenberg, Limburg und Eppstein“ zuzüglich Gemahlin - die ÖNB Wien zu besichtigen geruht und das VÖBBLOG offenbar unter akutem Mangel an Knüllern leidet.

[www.univie.ac.at]

Jugendbildnis des Herrschers.
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Archivalia: VdA-Gerontokraten haben sich ein Schrittlein bewegt

16. April 2013 - 15:55
Nun gibt es also eine Online-Mitgliederbefragung für das Motto des "Tags der Archive" 2014, anders als 2011

[archiv.twoday.net]

Aber immer noch nicht werden diejenigen befragt, die es angeht, nämlich die potentiellen Besucher. "Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler".

Zur Auswahl stehen:

(1) "Ladies first"
(2) "Frauen - Männer - Macht"
(3) "Geschlechter im Wandel der Zeiten"

(1) klingt für ArchivarInnen denn doch zu flott und ist englisch, (3) denn doch zu altbacken, also wirds wohl (2).
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Archivalia: Ladislaus Sunthaim

16. April 2013 - 10:57
Im Februar wurde die Neue Deutsche Biographie Bd. 25 publiziert, heute erst erhielt ich PDFs der beiden Seiten (706f.) meines Artikels über Ladislaus Sunthaim, wobei die von mir favorisierte Namensform Sunthaim gewählt wurde. Meine Fassung, die etwas ergänzt und geändert wurde, ist online unter:

[archiv.twoday.net]

Es wäre ja ohne weiteres möglich, den Autoren zum Dank für Ihre Leistung ein Gesamt-PDF des Bandes zu überlassen, aber soviel Vertrauen hat man in seine Mitarbeiter dann doch nicht. Und wo käme man denn da hin, denn schließlich erhalten ja die Autoren ohnehin ein paar Euro, womit die intensiven Recherchen, die in der Regel für NDB-Artikel nötig sind, ja mehr als abgegolten sind.
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Archivalia: Brasilianisches im Handel

16. April 2013 - 10:32
Richard C. Ramer Old & Rare Books bietet in seinem Katalog [www.livroraro.com] zahlreiche spanische Dokumente an, darunter "Unpublished archive of 56 manuscript Spanish royal decrees signed by Philip III and Philip IV to the Audiencia of Guatemala, 1600-1628."
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Nachrichten fuer oeffentliche Bibliotheken in NRW: Projektbericht „Lernen in der digitalen Gesellschaft“ online verfügbar

16. April 2013 - 5:00
Eine Arbeitsgruppe des Vereins Co:llaboratory hat einen Abschlussbericht mit dem Titel „Lernen in der digitalen Gesellschaft – offen, vernetzt, interaktive“ veröffentlicht. Das Papier liefert dabei Grundlagen zum Thema E-Learning und freie Bildungsmedien, sowie praxisnahe Beschreibungen und Hinweise zu Diensten und … Weiterlesen →
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Archivalia: 1500 Euro auf den Tisch und das de-Gruyter-Buch ist CC-BY-NC-ND

15. April 2013 - 22:45
"Mit dem neuen Open-Access-Model von De Gruyter können rund 45.000 e-dition Titel der Verlagsbacklist frei zugänglich gemacht werden. Zum einem Preis von 1.500 EUR / 2.100 USD kann ein Kunde ein Buch mit dem gleichen Standard wie ein über die e-dition hergestelltes Werk als eBook kaufen, dass [SIC] dann zugangsfrei unter CC-BY-NC-ND Lizenz auf De Gruyter Online eingestellt wird.

Dieses weitere Open Access-Angebot richtet sich in erster Linie an Bibliotheken und Forschungseinrichtungen, denen bei Mehrtitelbestellungen ein Mengenrabatt eingeräumt wird. Doch auch Einzelpersonen wie Autoren oder Herausgeber können Werke nachträglich zu einem Open Access-Titel werden lassen. Die Möglichkeit besteht für alle Publikationen, die ein Erscheinungsdatum 2004 oder früher haben und in keinem der „Best-of-Packages“ enthalten sind."
[www.degruyter.com]

Bei vergriffenen Büchern sollte es Open Access zum Nulltarif geben, nämlich über den Rückruf der Rechte durch den Autor, siehe [archiv.twoday.net] Anm. 14

Sich OA für ältere Ladenhüter sehr gut bezahlen zu lassen, ist ein dreistes Geschäftsmodell, zumal nicht zu erwarten steht, dass viele Bibliotheken sich zusammentun, um Bücher zu befreien. Die geben ihr Geld doch lieber für teure E-Books aus.

Update: Runica - Germanica - Mediaevalia erschien 2003 (keine Ahnung, obs in einem Package ist) und kostet neu 259 Euro. Antiquarisch habe ich kein Exemplar für weniger als 195 Euro gefunden. Angenommen, es finden sich 8 Kunden (Bibliotheken, Privatleute) zusammen, die alle 200 Euro zahlen (und insgesamt 100 Euro Verwaltungskosten an die Vermittlerbörse sagen wir unglue.it oder etwas Besseres) UND diese Kunden sind mit dem E-Book zufrieden UND die Beschaffung duldet den Aufschub, bis die acht Leute zusammen sind und der Verlag das Buch eingestellt hat, DANN kommen die Kunden günstiger an das E-Book - und tun noch etwas für die Allgemeinheit. Unglue.it funktioniert aber bekanntlich anders: Hier hat jeder die Möglichkeit, einen beliebigen Betrag zu geben. Bei meinem Modell stellt sich im übrigen auch die Frage, ob ein Verstoß gegen die Buchpreisbindung vorliegt, wenn Käufer-Consortia organisiert werden.

Auf der Hand liegt das Dilemma: Wenn alle abwarten in der Hoffnung, für lau an das Buch zu kommen, kommt keine Befreiung zustande.

Übrigens ermöglicht die schlechte Lizenz wenigstens das Einstellen des Buchs in universitären Repositorien.
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Archivalia: Bericht über das Leben und die Wunder am Grab des seligen Bruders Rainer von Osnabrück

15. April 2013 - 22:00
Die bald nach 1465 entstandene große Pergamenttafel mit niederdeutscher Legende liegt digitalisiert vor:

[kulturerbe.niedersachsen.de]

Zur Handschrift:

[www.handschriftencensus.de]

[www.manuscripta-mediaevalia.de] mit weiterer Literatur, v.a. Wehking in den Deutschen Inschriften OS

Abdruck aus dem Jahr 1848:
[books.google.de]

Reiner hat noch keine GND.
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Archivalia: Aus den Magazinen des Landesarchivs Niedersachsen - Murks

15. April 2013 - 21:12
Sicher gibt es tausend Gründe, wieso die Besucher der Website (kein RSS-Feed!) mit einem solchen Schmarren abgespeist werden. Ein Grund ist sicher, dass man das, was Archivalia seit 2003 predigt, ignoriert. Ich formulier es mal allgemein:

(1) Alle Reproduktionen sollen bequem zoombar sein und das Lesen der Schrift mühelos ermöglichen. Das vorgestellte Stück sollte als Ganzes digitalisiert werden.

(2) Links auf Findmittel, Editionen/Literatur und Hintergrundinformationen im Netz sind unverzichtbar.

[www.staatsarchive.niedersachsen.de]
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Archivalia: Erstellung und Einsatz von QR-Codes

15. April 2013 - 21:06
[www.bib-info.de]

Nicht nur für OPL-Bibliothekare lesenswert.

[archiv.twoday.net]
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Archivalia: Köln braucht keinen Planungs-, sondern einen Blamagestopp!

15. April 2013 - 21:01
Meint Andreas Rossmann in der FAZ, nun auch online:

[www.faz.net]

Übrigens kann man alle Archive auch ohne große Mehrkosten in Bürgerarchive verwandeln, siehe dazu

[archiv.twoday.net]

Da das Stadtarchiv Köln ein besonders bürgerunfreundliches Archiv mit Eintrittsgebühren war, würde ein Bürgerarchiv wohl nur den Standard benutzerfreundlicher anderer Kommunalarchive erreichen.
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Archivalia: Filmtipp: "Warszawa 1935"

15. April 2013 - 21:00
Die digitale Wiederherstellung Warschaus im Jahr 1935 gelang anhand von Plänen des polnischen Nationalarchivs und füllt dort die Kinos:



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Archivalia: Einbände der französischen Nationalbibliothek

15. April 2013 - 18:03
[reliures.bnf.fr]

Ab dem 16. Jahrhundert.

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