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Aktualisiert: vor 3 Jahre 38 Wochen

Zugang zum Wissen Journal: Was macht die Dissertationen-Online Diskussion in Deutschland?

17. Januar 2013 - 11:39




Autor: Eberhard R. Hilf, Thomas Severiens
Veröffentlicht am: 2013-01-17

Wann hat man je wieder soviele zusammenhängende Zeit, Kompetenz und Energie für eine eigene wissenschaftliche Arbeit? Dissertationen sind potentiell besonders gehaltreiche, aktuelle, wissenschaftliche Arbeiten. Dissertationen, wie z.T. auch andere Examensarbeiten an Hochschulen sind Hochschul-eigen. Kopien der Arbeiten müssen zugänglich aufbewahrt und nachles- und nachprüfbar sein. Online lässt sich dies heute dank Open Access bequem realisieren.

Vor allem in den USA hat sich über das etablierte und umfassende Registry NDLTD eine lebhafte Diskussions-Szene zu allen Feinheiten und Besonderheiten des Open Access für Dissertationen gebildet: Fragen sind z.B.: Wie dürfen Korrekturen nachträglich eingebracht werden? Welche technischen Lösungen gibt es für nicht-textuelle Arbeiten? Wie wird die Langzeit-Lesbarkeit sichergestellt? Und es gibt immer rechtliche Fragen wie z.B. bei Teil-Publikation in einem Verlag oder die Verwendung geschützter Quellen.

In Deutschland bietet die Deutsche Nationalbibliothek (DNB) die (Langzeit-)Archivierung der Dissertationen an und dokumentiert das Archivgut und dessen Historie mit seinem XMetaDissPlusMetadatenformat.

Allerdings: die Zahl der neu registrierten Online Dissertationen in Deutschland stagniert seit 2004 und fällt sogar in den letzten Jahren wieder ab. Siehe das Diagramm "Entwicklung des Anteils der online Dissertationen ingesamt".

Dies nicht etwa, weil andere Anbieter für die Langzeitarchivierung auf dem Markt erschienen sind oder weil die Anzahl der Dissertationen an den Hochschulen rückläufig ist. Vermutet werden muss vielmehr ein Informationsmangel im ganzen die Disserationen begleitenden Workflow, von den Promoventen über die Prüfungsausschüsse bis zu den Bibliothekaren der Hochschulen. Nur an wenigen Hochschulen gibt es noch Diss-online Beauftragte, die dann aktiv sich mit den Promotionsausschüssen der Fakultäten über die Subtilitäten verständigen und über die bequemen und effizienten Möglichkeiten einer Online-Dissertation informieren.

Wir, als Institute for Science Networking, hatten einst die Entwicklung von Online-Dissertationen und eines etablierten Diss-Online-Systems mit angestoßen; auch mit dem DFG-Projekt dissonline. Wir sehen inzwischen mit einem lachenden Auge die Etablierung der Langzeitarchivierung in der DNB und mit einem weinenden Auge die Abkopplung von der Praxis in den Fachbereichen, als Resultat einer "akademisch-organisatorischen Demenz", der man durch einen bundesweiten Schub in Form einer Veranstaltungsreihe in den Fachbereichen leicht entgegenwirken könnte. Noch ist ausreichend Rest-Erinnerung vorhanden, um ein effizientes und umfassendes Dissertationen-Online-System ohne zu größeren Aufwand zu reaktivieren.

Sie sind an dieser Reaktivierung interessiert? Dann nehmen Sie doch mit uns Kontakt auf!

Weiterführende Quellen:

  1. FUSE Free US ETDs promoting Open Access to American graduate research
    Es gibt dort u.a. eine lebhafte Diskussion zu einem OA Portal to US Theses and Dissertations.
  2. Eine lebhafte Diskussion gibt es auch in ETD-L und das zentrale NDLTD Networked digital Library of Theses and Dissertations.
  3. Ein synoptisches Verzeichnis von immerhin 2 Millionen OA-Dissertationen findet sich in dem noch etwas fehlerbehafteten neuen Server
  4. Auch in Frankreich hat sich ein neues Portal gebildet.
  5. DFG-Projekt Dissertationen Online
  6. Electronic Theses and Dissertations Bibliography; Charles W. Bailey, Jr. Version
    6: 1/17/2012
  7. Weitere Open-Access Verzeichnisse: Digital/Print Books, Digital Bibliographies, Weblogs

Bemerkung: dieser Blog ist auch im Blog des Institute for Science Networking erschienen:
Blog ISN in facebook
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Infobib: Warum arbeitet man im Bibliothekswesen?

17. Januar 2013 - 7:26

Martin Kramer (Krefelder Mediothek) schreibt in seinem Blog etwas ausführlicher, warum er den wichtigsten, geilsten und erfüllensten Job der Welt hat: “Sag mal, machst Du das freiwillig….oder warum wir Bibliotheken brauchen!”

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Bibliothekarisch.de: Ein erster Ausblick zur architektonischen Umgestaltung der Zentralbibliothek der New York Public Library

17. Januar 2013 - 6:22

Am 19. Dezember 2012 gab die New York Public Library erste Designentwürfe des neuen architektonischen Plans der Zentralbibliothek bekannt. Hierzu wurde das Architekturbüro Foster + Partners beauftragt. In diesem kurzen Video kommt Lord Norman Foster und der Bibliothekspräsident  Tony Marx zu Wort, die den neuen architektonischen Umgestaltungsplan beschreibe, Vorteile für New Yorker Bürger und Besucher dem Gebäude der NYPL in der 42. Straße und der Fifth Avenue nennt.

Ähnliche Beiträge
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Nachrichten fuer oeffentliche Bibliotheken in NRW: Coaching zum Thema Social Media in der Stadtbibliothek Neuss

17. Januar 2013 - 5:15
Wie es der Stadtbibliothek Neuss mit den Coachings im Rahmen des Lernort-Projektes ergangen ist, erfahren Sie heute: Lernort Bibliothek – Gastbeitrag der Stadtbibliothek Neuss “Die Stadtbibliothek Neuss ist eine Bibliothek mit ca. 200.000 Medieneinheiten und etwa 1,5 Mio. Ausleihen pro … Weiterlesen →
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bibcomic: die Bibliothek als Strafort

16. Januar 2013 - 22:11

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Basedow1764's Weblog: Kinder und Jugendliche bevorzugen zu 68% gedruckte Bücher

16. Januar 2013 - 17:42
besagt eine repräsentative Studie des US-Schulbuchkonzerns Scholastic. Die Zahl ist allerdings gegenüber der Umfrage von 2010 gesunken. Die Hälfte der befragten 6- bis 17Jährigen hat schon einmal ein E-Book gelesen. 80% der Kinder mit E-Book-Erfahrungen lesen dennoch überwiegend gedruckte Bücher. … Weiterlesen →
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netbib weblog: Staatsbibliotheks-Umbauten in Berlin

16. Januar 2013 - 13:03

Die NZZ schreibt über die Baugeschichte und über die Lesesääle im Ensemble der Stabi, die aus der Periode der DDR stammen und die bei der Zusammenstellung der schützenswerten Teile nicht berücksichtigt wurden.

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Duftender Doppelpunkt: Zeit- und Selbstmanagement für StudentInnen – Seminar

16. Januar 2013 - 11:29

„Das kann ich morgen auch noch erledigen.“, „So wichtig ist das heute nicht, erst noch schnell …“, „Wenn nicht immer diese Störungen wären!“, „Ich würde es ja gerne erledigen, aber …“

Kennen Sie das auch? Zu Semesterbeginn hat man jede Menge Zeit … und so viele Interessen und FreundInnen, um die es sich zu kümmern gilt. Doch schon nahen die Ferien, die ersten Prüfungstermine werden gesetzt und auch das Semesterende steht bald wieder vor der Tür. Und wie jedes Mal findet man keine Zeit zu lernen!

Dabei kann alles ganz einfach sein! In diesem Workshop klären wir, warum uns manche Tätigkeiten so viel reizvoller erscheinen und uns Ablenkungen überhaupt ablenken können, wenn wir doch genau wissen, dass es Wichtigeres zu tun gibt. Eine richtige, für Sie und Ihre Lebensumstände passende Zielsetzung und eine gute Zeitplanung werden ebenso behandelt wie Arbeitsplatz-Gestaltung und Stressbewältigung.

Wann: Samstag, 2. Februar 2013 von 09.00 bis 17.00 Uhr
Ort: Afro-Asiatisches Institut Wien, Türkenstraße 3, 1090 Wien.
Preis: € 120.-

Seminarleitung:
Mag.a Dr.in Natascha Miljkovic, (Inhaberin der Firma Zitier-Weise, Agentur für Plagiatprävention e. U., Anbieterin der Workshop-Reihe der „[(Zitat)]“-Ambulanz). Naturwissenschafterin, Wissenschaftsberaterin, präventive Plagiatprüferin.
Mag.a Petra Öllinger vom Team der „Duftenden Doppelpunkte“.

Kontakt, weitere Informationen sowie Anmeldung:
E-Mail Zitat-Ambulanz
Homepage „[(Zitat)]“-Ambulanz

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Infobib: MOOC im bibliothekarischen Kontext

16. Januar 2013 - 10:30

Ich dachte eigentlich, MOOCs wären bekannt. In Inetbib stellt sich das nun anders dar. Ok. Also kurz zur Einführung: MOOC bedeutet Massive Open Online Course. Dabei handelt es sich um oft von Universitäten angebotene E-Learning-Angebote für große Teilnehmerzahlen. Es gibt zahlreiche Angebote, die man gratis nutzen kann. Eins der größten ist Coursera. Hier in Infobib habe ich schon auf diverse Kurse aufmerksam gemacht. Jetzt haben wieder verschiedene interessante Kurse begonnen. Computing for Data Analysis zum Beispiel oder Game Theory.

In Inetbib fragte Walther Umstätter kürzlich nach MOOC und den Folgen für das Bibliothekswesen.1

  • Ich habe auf interessante Kurse hingewiesen. Ergo: Es gibt interessante Kurse! Damit ist die erste Bedeutung von MOOCs für das Bibliothekswesen schon einmal klar: Coursera & Co bieten fantastische Weiterbildungsmöglichkeiten. Und diese Möglichkeit wird schon wahrgenommen. Im Forum zu einem der Kurse, in die ich reinschnupperte, wurde ich auch direkt von einem bibliothekarischen Kollegen erkannt. Brian Mathews schrieb dazu:

    So where do librarians fit in? My hack-force and I are going to participate in MOOCs this fall, purely from a learner prescriptive. We probably won’t finish the courses, but that’s not our objective—the intention is to soak up the community practices, observe the process, and participate when fitting.

  • Wenn man sich weiterbilden kann, könnte man MOOC auch nutzen, um selbst weiterzubilden. Einfach die ganzen Informationskompetenzprojekte in eine MOOC-Plattform zu kippen, wird dabei aber wohl nicht reichen.
  • Bereitstellung von “Semesterapparaten”. Zu fast jedem Kurs gehört entsprechende Literatur. Diese verfügbar zu machen, könnte bibliothekarische Aufgabe sein.2
  • Je nachdem, ob man in der Plagiatsbekämpfung – bzw. in der Bereitstellung der technischen Infrastruktur – eine bibliothekarische Aufgabe sieht, wäre auch das eine Schnittstelle zwischen MOOC und Bibliothek.

Das sind sicherlich nicht die einzigen Szenarien und Berührungspunkte zwischen MOOC und Bibliothekswesen. Was fehlt noch?


  1. Lambert Heller verwies in einer Antwort auf Dörte Böhners Posting zu MOOCs. Dort heißt es:

    Es gibt einen gewissen Zeitdruck, der widerum einen guten Rahmen für die Aneignung von Neuem bildet.

    Der Zeitdruck ist bei den meisten Kursen recht hoch. Neben einer Vollzeitstelle und anderen Verpflichtungen lässt sich das nur mit viel Disziplin aufrecht erhalten. Aber selbst wenn man einen Kurs nicht beendet oder die Prüfungsleistungen auslässt, kann man eine Menge mitnehmen. []

  2. Nebenbei bemerkt: die Aufbereitung der Literaturverzeichnisse und Links zu Volltexten in Coursera & Co überzeugt mich absolut nicht. Gibt es irgendwo eine wirklich schöne Lösung für Literaturlisten in LMS? []
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Infobib: Neues Biblioblog: Bibfobi statt Fobikom

16. Januar 2013 - 9:27

Das dynamische Fobikom-Duo bloggt nun wieder! Und zwar im Blog “Fortbildung in Bibliotheken : Up to date Bleiben in Skills und Inhalten”. Aus der Selbstbeschreibung:

In gewisser Weise ist “Fortbildung in Bibliotheken” ein Nachfolger des FobiKom-Blogs, es schreiben hier Ilona Munique und Jürgen Plieninger über Lernen, Selbstlernen, eLearning, Fortbildung, Weiterbildung … in Bibliotheken und darüber hinaus.

Zu finden ist das Blog unter bibphobie bibfobi.wordpress.com.

[via Nachrichten für öffentliche Bibliotheken in NRW]

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Infobib: Studie zu Geschäftsmodellen mit “Open Data Niedersachsen”

16. Januar 2013 - 7:28

Wer sich für Open Data in Niedersachsen interessiert, sollte vielleicht einen Blick in die Studie “Open Data Niedersachsen” im Auftrag der GovConnect GmbH werfen. Besonders auf die vorgeschlagenen “Geschäftsmöglichkeiten mit Leistungen für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen”. APIs oder bestimmte Dateiformate könnten laut Studie kostenpflichtig angeboten werden. Wohlgemerkt: es geht nicht um das Angebot durch das Land. Sondern um eine Aufbereitung durch einen Diensleister, in diesem Fall GovConnect. Dies bestätigt natürlich die Befürchtung vieler potentieller Anbieter freier Daten, man sei nach einer freien Veröffentlichung von Daten vielleicht vor die Situation gestellt, diese zurückzukaufen.

Warum auch nicht? Wenn die Daten mit einem Mehrwert angeboten werden, wieso soll man für diesen nicht bezahlen? Wenn es keinen Mehrwert gibt, lässt man es bleiben. Man muss die kommerzielle Verwertung von offenen Daten nicht sympathisch finden. Das sie ermöglicht wird, halte ich im Sinne wirklich freier Information jedoch für selbstverständlich.

Und um die Interessen der potentiellen Verwerter zu verstehen, ist die Studie (deren Veröffentlichung durch den Auftraggeber ich bemerkenswert finde) gut geeignet.

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Nachrichten fuer oeffentliche Bibliotheken in NRW: Neues Blog informiert über Fortbildungen

16. Januar 2013 - 6:00
Das neue Blog “Fortbildungen in Bibliotheken – Up to date Bleiben in Skills und Inhalten” informiert ab sofort über Fortbildungsangebote für Beschäftigte in Bibliotheken. Der Blog wird von Ilona Munique und Jürgen Plieninger betreut und wird als inoffizieller Nachfolger des … Weiterlesen →
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Lesewolke's Blog: Webinar: New Librarians Global Connection 1/2013

16. Januar 2013 - 6:00
Zu den Dingen, die man als Bibliothekarin unbedingt mal ausprobiert haben sollte, zählt meiner Meinung nach ein Webinar. Am 15. Januar 2013 bot die IFLA New Professional Special Interest Group eines aus der Reihe “New series of free quarterly webinars“. an. Es war gar nicht schwierig, daran teilzunehmen: Link angeklickt, Name eingetragen, Guest-Button gedrückt und [...]
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Archivalia: Comparative Studies on Finding Aids as Genre – an EHRI Workshop in Bad Arolsen

15. Januar 2013 - 23:38
Zum Bericht auf den Websites des International Tracing Service (ITS):
[bit.ly]
und in deutscher Sprache:
[bit.ly]
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Eintauchen: CNI Fall 2012 notes

15. Januar 2013 - 22:35
A bit late with these, but hopefully there are still some useful bits here for people. Missed the entire first day of sessions due to a series of unfortunate airline and airport events, with the result being a 12-hour trip to DC rather than just a 90-minute flight. Tuesday’s sessions more than made it worth [...]
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Martins Blog » Job: Sag mal, machst Du das freiwillig….oder warum wir Bibliotheken brauchen!

15. Januar 2013 - 22:25
Hallo zusammen, heute mal keine Flugzeuge, jedenfalls nicht primär. Fangen wir vorne an. Am vergangenen Wochenende war ich mit Kollegen der Zukunftswerkstatt in Wuppertal. Mit Kollegen von was? Die Zukunftswerkstatt ist ein Verein, der sich um die Zukunft in Bibliotheken kümmert, um neue Ideen, neue Konzepte und neue Technologien. Ich habe schon länger immer mal [...]
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Medinfo: Leuchtturmprojek​te in Medizinbibliot​heken​

15. Januar 2013 - 20:33

Wie auf der AGMB-Tagung im vergangenen September in Aachen angekündigt, hat die AGMB für 2013 den Wettbewerb “Leuchtturmprojekte an Medizinbibliotheken” ausgeschrieben.

Es ist ein Preisgeld von bis zu 1.000 EUR inklusive einer erhöhten Aufmerksamkeit in der bibliothekarischen Öffentlichkeit zu gewinnen. Den Ausschreibungstext mit allen Modalitäten finden Sie in der neuesten Ausgabe von gms-mbi.

[foto: rr807@flickr.com]

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Infobib: Wahlprüfsteine zur niedersächsischen Landtagswahl von DBV und Wikimedia

15. Januar 2013 - 19:10

DBV und BIB haben Wahlprüfsteine zur niedersächsischen Landtagswahl an die Parteien des aktuellen Landtags ausgegeben. Die Piraten wurden also nicht befragt.

Neben viel Geschwurbel bieten einige Parteien auch ganz konkrete Ansichten. Zum Beispiel zum Urheberrecht. Das ist allerdings nicht Ländersache und von daher eigentlich wenig geeignet für Wahlprüfsteine. Es lohnt sich dennoch, in die Texte hineinzuschauen. Da erfährt man zum Beispiel, dass die FDP die unkomplizierte Verbreitung von Informationen explizit erschweren will (PDF):

Im Hinblick auf das Urheberrecht setzen wir uns seit langem auf nationaler und europäischer Ebene für eine Respektierung des geistigen Eigentums ein, was eine „unkomplizierte“ Verbreitung von Information – vor allem im Netz (Stichwort. Internetpiraterie) – gerade erschweren soll: Eigentum ist Bürgerrecht, das gilt nicht nur für Sachwerte sondern auch für geistige Werte.

Für die FDP ist es offenbar unvorstellbar, dass es auch Immaterialgüter gibt, die ohne Eurozeichen in den Augen verteilt werden.

Weitere konkrete Positionen (in Auswahl):

Wir fordern, dass über Open Access ein freier Zugang zu den Resultaten öffentlich geförderter Forschung gewährt wird. Dies würde unserer Ansicht nach den wissenschaftlichen Austausch, die Transparenz, den Zugriff, die Verarbeitung und die Verwaltung wissenschaftlicher Informationen vereinfachen und beschleunigen.

Das meinen die Grünen (PDF). Und dies lässt sich auf Landesebene konkret umsetzen. Ich bin gespannt. Die Linke (PDF) formuliert etwas unbeholfen in eine ähnliche Richtung. Gemeint ist wohl Green OA für öffentlich finanzierte Publikationen:

Publikationen von (öffentlich finanzierten) Hochschulangestellten, die über einen privaten Verlag vertrieben werden, müssen der eigenen (öffentlich finanzierten) Hochschulbibliothek kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.

Und die SPD (PDF) will eine flächendeckende kulturelle Grundversorgung mit Bibliotheken, Theater, Kunst- und Musikschulen oder Museen in einem kommunalen Kulturfördergesetz regeln und sichern.

Wikimedia hat kürzlich ebenfalls Wahlprüfsteine und die Antworten darauf veröffentlicht. Die Highlights:

Zu Open Data:

Nach unserer Einschätzung müsse es in jeder denkbaren Regierungskonstellation nach den Wahlen möglich sein, ein Open Data-Portal zu starten, in dem Inhalte abgelegt und unter freien Lizenzen veröffentlicht werden.

Anmerkung: Vor fast drei Jahren schrieb ich zu Open Data in Niedersachsen aus gegebenem Anlass:

Dies ist (wahrscheinlich!) das erste Mal, dass ein Bundesland beabsichtigt, ein Pilotprojekt im Bereich Open Government Data durchzuführen.

Passiert ist dann lange Zeit überhaupt nichts. Niedersachsen hätte Vorreiter sein können, nun hinkt es hinterher. Ich bin skeptisch, dass ohne einen Regierungswechsel diesbezüglich etwas passiert.

Zu freien Lizenzen:

Eine künftige Landesregierung wird aber ebenso in den meisten denkbaren Konstellationen ausgehend von den Antworten auf unsere Frage in der Lage sein, mehr staatliche Werke als bisher durch Verwendung Freier Lizenzen für Dritte nachnutzbar zu machen.

Eine künftige Landesregierung wird abgesehen durch gesetzgeberische Maßnahmen im Land und in Gemeinschaft der Länder den politischen Willen für Freie Lizenzen im Rundfunk artikulieren können, abhängig von den Mehrheitsverhältnissen nach der Wahl.

Zum Informationsfreiheitsgesetz:

Bereits nach den aktuellen Mehrheitsverhältnissen im Landesparlament vor der Wahl hätte es also ein Informationsfreiheitsgesetz geben können. Wir haben große Hoffnungen, dass eine der ersten Handlungen einer künftigen Landesregierung (gleich welcher Konstellation) die Einführung eines Transparenzgesetzes sein wird.

Anmerkung: Das kann ich mir nicht vorstellen, solange Schünemann im Amt ist. Er hat sich schon vielfach explizit gegen ein IFG geäußert. Zum Beispiel in dieser Pressemitteilung von 2004:1

Es gibt keinen Bedarf für ein solches Gesetz. Für die Bürgerinnen und Bürger ist damit kein wirklicher zusätzlicher Nutzen verbunden. In der Landesverwaltung und bei den Kommunen entstehen erheblicher Mehraufwand und weitere Kosten. Es ist daher kein Zufall, dass die meisten Bundesländer und der Bund kein Informationszugangsgesetz haben.

Und als Herrscher über die Stammtische genießt er Narrenfreiheit in der Landesregierung.

Zu OER:

Eine künftige Landesregierung wird entweder selbst entsprechende OER-Initiativen starten können oder ihre Kräfte mit der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen bündeln können.

Zur Freigabe von Luftbildern:

Eine künftige Landesregierung wird keine Probleme bekommen, im Parlament Zustimmung zur Freigabe der landeseigenen Luftbilder und Orthofotos zu erhalten.


  1. Welchen Sinn haben Informationsansprüche, die ohne Angabe eines Verwendungszwecks, ohne rechtliches oder berechtigtes Interesse geltend gemacht werden ? fragt er noch. Wer Schünemanns Positionen zur Vorratsdatenspeicherung kennt, kann sich da nur auf die Schenkel klopfen. []
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Infobib: Suchmaschine und Linksammlung zu #pdftribute

15. Januar 2013 - 15:01

Als ich den Wikipedia-Artikel zu Aaron Swartz angelegt habe, dachte ich eigentlich, dass da noch sehr viele Abschnitte zu seinem Wirken und Schaffen ergänzt würden. Kürzlich wurde er erhängt aufgefunden.

Es gibt zahlreiche Nachrufe, zum Beispiel von Cory Doctorov oder Lawrence Lessig. Aber auch den Aufruf, Aaron Swartz Tribut zu zollen, indem man seine wissenschaftlichen Publikationen befreit und die Links unter dem Hashtag #pdftribute twittert. Wer Aaron Swartz bislang nicht kannte und den Zusammenhang nicht versteht, dem sei das Guerilla Open Access Manifesto zur Lektüre empfohlen.

Findige Menschen haben zu den geposteten Links eine Linkliste und eine Suchmaschine erstellt. Anscheinend sind schon über drei GB zusammengekommen!

Weitere Links zu Aaron Swartz, #pdftribute und Konsequenzen:

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Library Mistress: Hamburger Abendblatt: Bibliothekare schauen nicht dauernd aufs Smartphone

15. Januar 2013 - 14:05
"Bibliothekare, zumal wenn sie in einem Museum arbeiten, haben gemeinhin ein anderes Tempo als die überwiegende Mehrheit. Im Gegensatz zu ihren gehetzten Mitmenschen sind sie nicht ständig online oder blicken auf ihr stets eingeschaltetes Smartphone, sie sehen dem Besucher in die Augen, um sich dann wieder ohne Hast ihren Lieblingen, den Büchern, zuzuwenden", schreibt Katja Engler in ihrem Artikel "Buchkunst als Kontrast zur digitalen Welt" über die Bibliothek des Hamburger Museums für Kunst und Gewerbe, der am 9. Jänner 2013 im Hamburger Abendblatt erschienen ist.    Der Artikel ist jedenfalls lesenswert, auch wenn der Anfang ein wenig zu sehr auf einen vermeintlich beschaulichen Beruf hinweist ;-)

Bild aus der Bibliothek des Theatermuseums in Düsseldorf - aufgenommen am 20. Jänner 2011 (Flickr, CC-BY-SA)

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